Lyrik

Schweigegelübde

Redsam will ich schweigen.
Keiner wird mein Schweigen hören.
Und niemals soll das Weltentreiben
Mich in meinem Schweigen stören.

 

ANKUNFT

 

Irgendwann bricht herein die Zeit

Für jeden Menschen,

Da er sich endlos wähnt verlassen

Auf weiter Erd,

Vom fernen Himmel.

Wir stehen in einsamer Furchtsamkeit

Und fühlen, das Letzte

Entgleitet unseren Händen.

 

So also sieht er aus,

Der letzte Blick;

So also zerbricht das Herz

Der letzte Schlag;

So also verläuft er,

Der letzte Weg;

So also schmeckt der letzte Kuß.

 

Irgendwann lahmt der Flügel

Des stärksten Adlers,

Verdorren wird in Wehmut,

Einst geflocht´ner Lorbeerkranz.

Aus den geschlagenen Wunden,

Quillt träggeword´nes Blut,

Das statt sprudeln Purpurrot,

Giftig zähe tropft.

 

So also erlischt, stille,

Der letzte Funke;

So also wispert matt,

Der letzte Klang;

So also entschlüpft dem Fleische

Sein letztes Fluchen;

So also haucht die flücht´ge Seele

Ihr letztes Wort:

Vergebens.

 

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Mein Freund, laß alle Hoffnung fahren!

Gewiß, du hast gekämpft und dich bemüht,

Allein, du solltest letztlich doch erfahren,

Daß dein sämtlich Wollen, Tun nie hat genügt.

Denn hat erstmal das Schicksal

Eisenfest sich gegen dich verschworen,
 
 
Bleibst du einsam Gefangener im Tränental
 
 
Und bist für dieses Leben ganz verloren.
 
 
Mein Freund, jetzt sträube dich nicht mehr,
 
 
Träumst umsonst, das Blatt könnt’ sich noch wenden,
 
Laß ab von blendenden Trug, von selbstgespon´ner Mär.
Mein Freund, irgendwann muß auch das Hoffen enden.

 


 

Mir kommt es vor wie eine Ewigkeit,

Daß wir beide uns schon kennen.

Und mir scheint es keine Kleinigkeit,

Wenn Du und ich einander Freunde nennen.

 

 

Doch ab und an in meinem Hirne flattern graue Raben,

Aufgestiegen aus verborgenen, schmutzigen Seelengossen,

Künden krächzend: Nie wird jemand tief sich in dich graben.

Dein Herz, Dein Herz ist viel zu fest verschlossen.


Dann bricht schwere Wehmut in mich ein,

Weil ich gut verstehe ihrer Worte Sinn.

Ich hoffe nur, Du magst es mir verzeihen

Und kannst ertragen, wie ich bin.