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Die echten Schriftsteller sind Gewissensbisse der Menschheit.

Ludwig Feuerbach

Dies ist die Website des Frankfurter Philosophen und Schriftstellers Olaf Ludmann

Schreiben ist Selbsterfahrung, die Bestimmung des eigenen Selbst in der Weise wie es Teresa von Avila hinsichtlich des Erkennens unserer Seele formulierte:

Erschiene es nicht als eine schreckliche Unwissenheit, (…), wenn jemand keine Antwort wüßte auf die Frage, wer er ist, der seine Eltern sind und aus welchem Lande er stammt? Wäre dies ein Zeichen viehieschen Unverstands, so herrschte in uns ein noch unvergleichlich schlimmerer Stumpfsinn, wenn wir uns nicht darum kümmerten, zu erfahren, was wir sind…

Aber als Autor darf man die Selbsterfahrung auch nicht übertreiben, denn er schreibt ja für Andere, weil er Ihnen etwas mitzuteilen hat, allerdings nicht über sich:

Ein guter Roman erzählt die Wahrheit über den Helden, aber ein schlechter Roman, erzählt die Wahrheit über den Autor. (Chesterton)

Ferner beinhaltet für den Philosophen Ludmann das Künstler-Sein stets auch ein Widerständig-Sein. Weil ein Künstler, der um das Wohlwollen der Mächtigen buhlt, der sich in die gesellschaftlichen Umstände willig einfügt, hat seinen Beruf verfehlt. Die Kunst, Literatur und somit der Künstler stehen und steht im Widerstreit mit all dem, was die Menschen trennt und entzweit, Religion, Macht, Ignoranz, Dummheit, Hybris, indem er dem Menschlichen eine Stimme gibt. Die wirtschaftlichen und politischen Machthaber auf der ganzen Welt hingegen wollen spalten und herrschen, um ihre Interessen durchzusetzen. Und auch in den Demokratien geht es um die Macht einiger Weniger:

Für die Demokratie ist die Regierung kein Gut, sondern ein notwendiges Übel (Alexis de Tocqueville)

Die Betonung liegt auf Übel. Und dieses Übel maßt sich immer mehr Macht und die Herrschaft über uns Bürger an.

Mit diesen beiden Grundsätzen macht man sich nicht unbedingt beliebt oder Freunde. Das ist auch nicht die Aufgabe eines Schriftstellers. Seine einzige Aufgabe ist es gute Bücher zu schreiben. Natürlich sollten sie auch unterhaltsam sein. Und es gibt nichts unterhaltsameres als geistreiche Texte, gepaart mit stilistischem Können. Ein Autor ehrt und respektiert nämlich seine Leser mitnichten, wenn er sie als unterhaltungssüchtige, tumbe Trottel betrachtet, sondern in ihnen intelligente Menschen sieht, die denken können und wollen.

Damit kommt man in dem „extrem korrupten und nepotisch“ (Elfriede Jelinek) deutschsprachigen Literaturbetrieb nicht unbedingt weit, aber der Autor bleibt bei seinen Lesern. Darauf kommt es an.

O. Ludmann

Stand: 22.08.2016 – 28.08.2016